Der Borsteler Hafen

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LAGE

Der Borsteler Hafen und sein Zuweg befindet sich im Süden des Naturschutzgebietes. Auch hier stehen nur die Wasserflächen und die direkten Uferzonen unter Schutz.

Im Hafen, der 1970 im Zuge der Elbeindeichung stillgelegt wurde, befinden sich einige Informationstafeln zum Gütertransport und Fischfang auf der Unterelbe sowie zur Geschichte des Hafens. Dieser hat unter anderem beim Obsttransport aus dem Alten Land eine wichtige Rolle gespielt. An das Gebiet grenzen im Süden und Westen die Obstplantagen des Alten Landes.

Elbkarte 1913 Quelle Wikipedia

Vorgelagert waren Hahnöfersand und andere Elbinseln mit zahlreichen Untiefen und Sandbänken, die sich ständig veränderten und verlagerten. Im Zuge der Breiteneinschränkung und Vertiefung des Elbstroms wurde 1914 die Hüllinie des heutigen Inselverbundes festgelegt.

Untiefen wurden durch Baggerarbeiten beseitigt und das Baggergut zwischen und auf die Inseln verbracht, die damit zum Teil erhöht und zum Teil verbunden wurden.

Mit der Eindeichung und Abdämmung der Borsteler Binnenelbe zum Hochwasserschutz, unter anderem nach der Sturmflut 1962, wurde das Gebiet von der Elbe getrennt. Quelle Wikipedia

Ursprünglich war die Borsteler Binnenelbe Teil des Elbstromes.


 

 

 

GESCHICHTE  DES  HAFENS IN  BORSTEL

Anfang des 9. Jahrhunderts
Vermuteter Schiffslandeplatz Zesterfleth an der Mündung der Zester in die Elbe auf der Ostspitze von Hahnöfersand, mit Kirche St.Romanus (Heiliger der Karolinger).


Vor 1275
Gründung eines Meierhofs des Erzbistums Bremen in Borstel(Buschgebiet) im Zuge der „Holländerkolonisation“.


1412
Nach der verheerenden Caecilienflut(22 November Sturmflut an der Unterelbe) Verlegung des Hafens von Zesterfleth nach Borstel. Errichtung der Nicolaikirche(Patron der Kaufleute und Schiffer).


16. Jahrhundert
Beginn des Handels mit Hamburg: Getreide, Gerste für Bierbrauerei, Meerrettich, Hanf und Flachs, seit Ende des Jahrhunderts Altländer Obst  (1582-1611 Einfuhrverbot wegen Überangebot).


1645-1712
Unter schwedischer Herrschaft. Der Gouverneur Graf Königsmarck erwirbt 1672 den Borsteler Gutshof mitsamt der Mühle.


1651
Erste urkundliche Erwähnung des Borsteler Hafens. Seit 1675 Anwesenheit von zwei Schiffszimmerern am Hafen verbürgt.


1750
Gründung der Schiffergenossenschaft, der sämtliche Borsteler Schiffer angehören . Fahrten nach Hamburg, Altona, Holstein, Bremen.  Schiffsbau der Hartje-Werft belegt.


1806-1815
Eingliederung ins Reich Napoleons. Kontinentalsperre ab 1810.


Mitte des 19.Jahrhunderts
Aufschwung des Obsthandels. Fahrten nach London, Amsterdam, Kopenhagen, Stockholm, Danzig, St.Petersburg. 82 Schiffe sind 1824 im Borsteler Hafen registriert.


1861
Antrag auf Errichtung der Wehrt´schen Ziegelei hinter dem Königsmarckhof. Ziegelexporte vom Borsteler Hafen aus.


1896-1953
Dampferlinie zwischen Borstel und Hamburg.


1930
Übernahme der Hafenanlagen durch die Gemeinde Borstel,
da die Schiffergenossenschaft die Renovierungskosten nicht aufbringen kann.


1970
Stilllegung des Borsteler Hafens im Zuge der Eindeichung der Binnenelbe vor Hahnöfersand.

 


 

 

 

BLÜTEZEIT  DES  BORSTELER  HAFENS


Im Zuge der Industrialisierung erlebt der Borsteler Hafen Ende des 19. Jahrhunderts seine Blütezeit:

Am Hafenufer arbeiten zwei Werftbetriebe: die seit dem 17. Jahrhundert hier ansässige Hartje-Werft

und die 1911 hierhin verlegte Ritscher-Werft (1868 auf dem Gelände Wehrt entstanden).

1861 wird die Wehrt´sche Ziegelei gegründet, die über den Deich neben der Mühle per Göpelwerk

Ziegel in den nahen Hafen transportiert. Die Fracht geht von hier in Eisenewern nach Hamburg,

wo die Ziegel in der Speicherstadt, im Kontorviertel (Chilehaus) und in den neuen Vorstädten

verbaut werden seit 1896 verkehrt täglich zweimal eine Dampferlinie, zunächst sogar

mit zwei Dampfschiffen(Borstel I und Borstel II) ausgerüstet,

nach Hamburg und zurück.

Im Zentrum steht die Verfrachtung von Obst nach Hamburg und Berlin und über die Unterelbe bis

nach Holland,Großbritannien und Skandinavien. Außerdem werden Schlachtvieh und Produkte

der ortsansässigenSchlachtereien (Quadt, Peper) verschifft.

 

Hinfahrt mit den vollen Körben (Siften) von Ladekop nach Borstel

 

Verladen unter Aufsicht des Obsthändlers

 

Lagerung der leeren Körbe auf dem Lösch - und Ladeplatz Borstel

 

Rücktransport der Obstkörbe zu den Bauern

1914 bei Ausbruch des 1. Weltkriegs sind im Borsteler Hafen 40 Segler und mehrere Fischkutter

gemeldet. Ihre Eigentümer stammen ursprünglich aus Altländer Bauernfamilien (nachgeborene

Söhne, die sich auf Schifffahrt und Handel verlegen). In Winterzeiten wächst die Zahl der im

Hafenbereich ankernden Segler und Motorsegler leicht auf über 70 an.

 

Höhepunkt des geselligen Lebens ist der Pfingstmarkt, der auf dem Hafenplatz und in den benach-

barten Gaststätten (Pickenpack, Rieper u.a.) von heimischen und angereisten Schiffern und vielen

Gästen aus der Region zünftig gefeiert wird In der Kaiserzeit kommen vor allem am Wochenende

Scharen von Touristen aus der nahen Metropole ins Alte Land. Eine der bevorzugten Anlaufstellen

ist Borstel mit Jork im Hintergrund, vor allem natürlich in der Zeit der Kirschblüte.

 

Sonntagsspaziergang auf dem Deich vor dem Borsteler Hafen

 

Foto Jens Kothe

Revitalisierter Hafen Borstel  2013